Antifa Café: Abschottung, Soziale Kontrolle und die EU @ekh

Antifa Café: Abschottung, Soziale Kontrolle und die EU

NO TEARS LEFT TO CRY – ABSCHOTTUNG, SOZIALE KONTROLLE UND DIE EU-RATSPRÄSIDENTSCHAFT ÖSTERREICHS. Diskussion mit Hanna Lichtenberger und Lukas Egger

ACHTUNG: Die Veranstaltung beginnt diesmal pünktlich um 18 Uhr, Einlass ab 17 Uhr 30.

Am 20. September wollen sich die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in Salzburg zu einem informellen Gipfel zu den Themen „Innere Sicherheit“ und „Bekämpfung der illegalen Migration“ zusammenfinden. Im Zuge der Ratspräsidentschaft, die Österreich ab der zweiten Jahreshälfte 2018 innehat, will das autoritär-konservative bis rechtsextreme Regierungsprojekt aus ÖVP und FPÖ seine Politik der Abschottung nach außen und der sozialen Kontrolle und Disziplinierung nach innen auf die europäische Ebene tragen.

In der öffentlichen Meinung werden aktuell innerhalb der EU zwei sich scheinbar gegenüberstehende Idealtypen ausgemacht: Macrons Projekt neoliberaler Integration und die Kleinstaaterei der sogenannten Visegrád-Staaten. Als dritter linker Pol gilt ein Europaentwurf, der gegen beide den Sozialstaat verteidigt. Wie dieser Entwurf auszusehen hat, ist auch innerhalb der Linken strittig. Während die einen von einem Europa von unten sprechen, sehen andere den nationalstaatlichen Rahmen als Bollwerk sozialer Errungenschaften, welcher gegen die „Globalisierung“ in Stellung gebracht wird. Mit einer materialistischen Gesellschaftsanalyse stellt sich Sozialstaatlichkeit jedoch allgemein als Form repressiven gesellschaftlichen Ausschlusses dar. In der Diskussion soll es darum gehen, die Themenbereiche Abschottung und Soziale Kontrolle als übergreifende Formen der autoritären Bearbeitung gesellschaftlicher Widersprüche und krisenhaften Entwicklungen innerhalb der EU herauszuarbeiten. Wie stellt sich die Hegemoniekrise innerhalb der EU aktuell dar, wie wird sie verhandelt, wie konnte die extreme Rechte davon profitieren und welche Perspektiven ergeben sich daraus für eine gesellschaftliche Linke?

LUKAS EGGER ist Politikwissenschaftler und dissertiert mit einer Arbeit zu Rassismus aus der Perspektive materialistischer Staatstheorie. Daneben publiziert und forscht er zu Themen kritischer Gesellschaftstheorie von und im Anschluss an Karl Marx.

HANNA LICHTENBERGER ist Lektorin am Institut für Politikwissenschaften an der Universität Wien und arbeitet zu Krise und Krisenpolitik der Europäischen Union und neogramscianischen Theorien der Internationalen Politischen Ökonomie.

▶ Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zum gemütlichen Ausklang mit Getränken und Grillerei.

▶ Die Veranstaltung findet im Rahmen der Mobilisierung gegen den europäischen Sicherheits- und Migrationsgipfel in Salzburg statt. Mehr Infos unter: http://summit-salzburg.mobi/

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Das Antifa-Café findet jeden dritten Dienstag des Monats ab 19:00 in den Räumen des Ernst-Kirchweger-Hauses (Wielandgasse 2-4, 1100 Wien) statt. In der Regel wird es mit Vorträgen, Mobi- und Diskussionsveranstaltungen bespielt, außerdem gibt es Film- und Buchvorstellungen. Es soll Raum geschaffen werden sich zu informieren, sich auszutauschen und zu vernetzen. Wir versuchen an jedem Abend vegane Speisen zu freien Preisen anzubieten, kühle Getränke gibt es garantiert. Es versteht sich von selbst, dass es im Café keinen Platz für Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Nazis, Homophobie und andere Widerwärtigkeiten gibt! Für eine starke, antifaschistische Linke! – Bis zum nächsten Dienstag! https://autonome-antifa.net/index.php/antifa-cafe/