[Vortrag] Antje Schrupp: Frauen in der Ersten Internationale @Anarchistische Bibliothek und Archiv Wien

When:
September 9, 2017 @ 14:00
2017-09-09T14:00:00+02:00
2017-09-09T14:15:00+02:00

Vortrag: Sa 09.09. Beginn 14:00 Antje Schrupp: Frauen in der Ersten
Internationale

Frauen in der Ersten Internationale. Nicht Marxisten und auch nicht
Anarchisten Antje Schrupp

Samstag 09. September 14:00

Das Verhältnis zwischen Frauen- und Arbeiterbewegung war von Anfang an
kompliziert. Zwar hatte das Verhältnis der Geschlechter noch in vielen
frühsozialistischen Bewegungen eine Rolle gespielt, doch schon bald
standen sich beide feindlich gegenüber. In der Arbeiterbewegung gewannen
gegen Mitte des Jahrhunderts antifeministische Vorstellungen die
Oberhand, etwa der Proudhonismus mit seiner Idee von der
Minderwertigkeit der Frauen oder auch die Vorstellung, das
Geschlechterverhältnis sei lediglich ein „Nebenwiderspruch“. Als 1864
die Erste Internationale gegründet wurde, wurde sie von bürgerlichen
Frauenrechtlerinnen als dezidiert antifeministische Organisation
wahrgenommen. In diesem Konflikt nahmen feministische Sozialistinnen
eine besondere Rolle ein: Sie versuchten, das Auseinanderdriften dieser
beiden Bewegungen zu verhindern, indem sie die Perspektive der
Geschlechterdifferenz in die Arbeiterbewegung hineintrugen. Viele ihrer
Ideen sind bis heute aktuell und stellt die Eckpunkte traditioneller
Sozialismusgeschichte in Frage, zum Beispiel die These, dass der
Konflikt zwischen Anarchismus und Marxismus die zentrale
Auseinandersetzung gewesen sei. Die damaligen Debatten und Konflikte
werden gezeigt am Beispiel von vier Aktivistinnen, die sich mit einem
dezidiert feministischen Anliegen innerhalb der Ersten Internationale
engagierten: Die Französinnen Virginie Barbet und André Léo, die Russin
Elisabeth Dmitrieff und die US-Amerikanerin Victoria Woodhull.

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