VERSCHOBEN – Workshop Prozessbeobachtung – Suchtmittelgesetz

VERSCHOBEN AUF 24.03.2020 – 17:00 bis 20:00 Uhr!
organisiert von: Prozess.Report und Kiberei, was geht?!
Besprechungszimmer, ÖH Uni Wien, Spitalgasse 2, Hof 1, 1090 Wien

Das Suchtmittelgesetz (SMG) führt zu zahlreichen Anklagen und damit Gerichtsverfahren. Diese werden im Fließbandtakt verhandelt und berücksichtigen kaum die individuelle Situation der Angeklagten. Im Rahmen des Workshops werden Methoden zur kritischen Prozessbeobachtung vermittelt. Wir setzen uns mit den Gesetzesgrundlagen auseinander und erläutern die einzelnen Phasen der Hauptverhandlung. Ausgerüstet mit diesen Werkzeugen werden wir gemeinsam regelmäßig Prozesse in Wien dokumentieren und analysieren.

Welchen Einfluss hat die aktuelle Gesetzgebung auf die Angeklagten? Wie ist der Umgangston der Richterinnen, Staatsanwältinnen und Anwält*innen in diesen Verhandlungen? Und welche Rolle spielt Rassismus? Des weiteren wirken sich diese Prozesse häufig auf die asylrechtliche Situation von Geflüchteten aus. Im Juni 2016 trat eine neue Bestimmung im SMG über Dealen im öffentlichen Raum in Kraft, die rassistische Polizeischikanen und polizeiliche bzw. juristische Verfolgung von Menschen legitimiert, die im weißen Stadtbild stören. Betroffen sind hauptsächlich Männer of Color, häufig Menschen ohne Papiere.

Was ist Prozess.Report? Das Gericht ist der Ort, an dem verhandelt wird, was gesellschaftlich als „richtig“ und „falsch“ zu bewerten ist. Prozess.Report ist eine kritisch rechts-journalistische und aktivistische Initiative. Unsere Grundlage ist die Beobachtung von Prozessen. Kernthemen darin sind Racial Profiling, Rassimus in der Justiz und die Kriminalisierung von Lebensrealitäten. Wir wollen erarbeitete Methoden weitergeben und durch die gemeinsame, solidarische Prozessbeobachtung neue Erkenntnisse gewinnen um abseits der gewöhnlichen Gerichtsberichterstattung einen kritischen Beitrag zur Darstellung von Staat und Justiz zu liefern. Kieberei, was geht?! – Initiative gegen Polizei auf unseren Straßen ist eine Wiener Initiative gegen rassistische Polizeikontrollen und Kieberei-Schikanen. Schickt uns euren Bericht, wenn ihr eine Polizeikontrollen seht. Wir dokumentieren und veröffentlichen auf

https://wasgeht.noblogs.org

Keine Anmeldung und kein Vorwissen erforderlich! Wir freuen uns über euer kommen! Wer nicht beim Workshop dabei sein kann, sich aber an der gemeinsamen Prozessbeobachtung beteiligen möchte, kann uns einfach anschreiben: prozessreport@systemli.org