Zur Geschichte der NS-Medizin in Wien. Ausstellungsbesuch und Rundgang

 ZUR GESCHICHTE DER NS-MEDIZIN IN WIEN

Veranstaltungsreihe vom 14.2. – 17.02.2017

Im Mittelpunkt der NS-Medizin stand nicht die Sorge um einzelne Kranke, sondern um die rassistisch geprägte “Volksgesundheit” bzw. die Reinhaltung der “völkischen Erbmasse”.

Die Medizin übernahm im Nationalsozialismus eine neue Aufgabe: die “Ausmerzung” von als “minderwertig” qualifizierten Menschen. Für Personen mit Behinderungen oder psychischen Krankheiten, Angehörige sozialer Randgruppen und Unangepaste war in der nationalsozialistischen Volks- und Leistungsgemeinschaft kein Platz. Sie wurden verfolgt, eingesperrt und der Vernichtung preisgegeben.

Heute gilt der Name “Am Spiegelgrund” als Synonym für Verbrechen der NS-Medizin. Die Aufarbeitung diser Verbrechen ging nur schleppend vor sich: während viele Ärzt_innen mit NS-Vergangenheit ihre berufliche Laufbahn fortsetzten, wurde den Opfern der NS-Medizin jegliche staatliche Anerkennung und “Wiedergutmachung” vorenthalten.

In einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe wollen wir die Ausstellung Der Krieg gegen die “Minderwertigen”besuchen, an Friedrich Zawrel erinnern und die Dokumentation am Spiegelgrund ansehen.

AUSSTELLUNGSBESUCH UND RUNDGANG (Di, 14.2.2017)

Der Krieg gegen die “Minderwertigen” – Gedenkstätte Steinhof

Die Heil- und Pflegeanstalt “Am Steinhof” – das heutige Otto Wagner Spital, wurde in den Jahren nach dem “Anschluss” zum Wiener Zentrum der nationalsozialistischen Tötungsmedizin, die mindestens 7.500 Steinhof- Patient_innen ermorderte

Von 1940 bis 1945 existierte auf dem Anstaltsgelände unter der Bezeichnung “Am Spiegelgrund” eine sogenannte “Kinderfachabteilung” in der rund 800 kranke oder behinderte Kinder und Jugendliche umkamen.

Die Aufarbeitung dieser Verbrechen ging nur schleppend vor sich: Wärend viele Ärzt_innen mit NS-Vergangenheit ihre berufliche Laufbahn fortsetzten, wurden den Opfern jegliche staatliche Anerkennung und “Wiedergutmachung” vorenthalten.

Sterbliche Überreste von Opfern der Anstalt “Am Spiegelgrund” wurden bis in die 1980er Jahre für Forschungszwecke verwertet. Erst im Jahr 2002 erfolgte deren Bestattung in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof. Weitere Spiegelgrund-Präperate sowie sterbliche Überreste von Opfern der “dezentralen Euthanasie” am Steinhof wurden im Mai 2012 bestattet.

Wir wollen gemeinsam die Ausstellung Der Krieg gegen die “Minderwertigen” der Gedänkstätte Steinhof im Otto Wagner Spital besuchen.

Dienstag, 14.2. um 18.00 Uhr (bitte pünktlich). Treffpunkt: 48A Haltestelle Otto Wagner Spital

veranstaltet von: RosaAntifa Wien